# LinkedIn: Ein weisses Blatt für Schweizer KMU

- Link: https://samsteiner.net/linkedin-ein-weisses-blatt-fuer-schweizer-kmu/
- Published: 2021-08-06T07:55:00+02:00
- Author: Sam Steiner

Eigentlich sollte hier ein ganz anderer Blogeintrag stehen.

Geplant war ein Interview mit jemandem aus der Schweiz, der **LinkedIn für Content
Marketing** für sein Unternehmen nutzt. Oder ein Beitrag mit «best practice»-Beispielen.

Das Problem:

**Es ist in diesem Bereich praktisch nichts zu finden.** Über Hinweise in den Kommentaren
bin ich dankbar 🙂

## LinkedIn: Pioniere haben freie Fahrt

Viele Geschäftsleute brauchen LinkedIn fürs Netzwerk, um neue Angestellte oder neue
Stellen zu finden. Content Marketing gibt’s zwar auch, aber die Möglichkeiten, die
LinkedIn bietet, werden nicht ausgeschöpft.

Schlecht für den geplanten Blogeintrag, aber** gut für Schweizer KMU:** Denn LinkedIn
wächst (gemäss eigenen Angaben momentan 2,2 Mio. Nutzer in der Schweiz). Und offenbar
ist es ein weisses Blatt, wo es «einfach» ist, in Punkto Content Marketing eine 
führende Position einzunehmen.

Deswegen gebe ich dir in diesem Blogpost einige Tipps und Ideen. Bist du ganz frisch
auf LinkedIn? Dann hol dir doch noch meinen PDF-Ratgeber «Die ersten Schritte mit
deiner LinkedIn-Firmenseite» hier.⌊LinkedIn erste Schritte⌉

Eine Vorbemerkung noch:

## LinkedIn ist anders als Facebook.

Obwohl es immer populärer wird und sich **immer stärker facebooky** gibt: LinkedIn
ist zwar auch Unterhaltung, aber es bleibt auf einer Business-Ebene.

Wenn dein Angebot sich primär an eine breite Masse von Privatpersonen richtet, ist
und bleibt Facebook dein Haupt-Marketing-Kanal auf Social Media. Hast du dazu mein
[«Facebook für Unternehmen ABC»](https://samsteiner.net/facebook-fuer-firmen-das-abc/)
gesehen?

Falls du jedoch Menschen ansprechen willst, die sich ebenfalls eher auf LinkedIn
bewegen, oder wenn du im **B2B-Bereich** tätig bist, lohnt es sich, auf LinkedIn
aktiv zu sein.

Doch jetzt zur Hauptsache: Wie funktioniert Content Marketing auf LinkedIn?

## 1. Verschiedene Inhalte fürs Content Marketing

Wenn du postest, sollte dir immer klar sein, wozu. Willst du:

 * Bekanntheit schaffen/steigern?
 * Nähe zu bestehenden Kunden schaffen?
 * Direktverkäufe tätigen?
 * Leads, also Adressen, gewinnen?

Daraus erstellst du dir deinen Redaktionsplan.

Grundsätzlich gibt es **zwei Typen von Inhalt:** Zur Information oder zur Leadgenerierung.

## Informativer Content

Informieren heisst: Bekannter werden, Vertrauen schaffen.

Wenn du informierst, bietest du **Expertenwissen** an. Du beantwortest Fragen, die
dir von Kunden häufig gestellt werden.

Du kannst auch Neues aus deiner Firma verbreiten, oder du **kuratierst News** aus
deiner Branche. Beispiel:

[[

Diese Art von Post soll den Leuten zeigen, dass du für sie Mehrwert bietest. Dass
du am Puls der Themen bist, die sie interessieren. **Du schaffst dir mit informativen
Posts ein positives Image.**

Das zweite Ziel von informativen Posts ist es, dein **Google-Ranking** zu verbessern.

Unternehmensseiten auf LinkedIn sind **SEO-relevant,** das heisst, sie werden von
Suchmaschinen indexiert wie normale Websites.

Wenn Google merkt, dass du qualitativ guten Content veröffentlichst, wird dieser
bei entsprechenden Sucheingaben höher oben angezeigt. ([«So kommt deine Website bei Google in die Pole Position»](https://samsteiner.net/website-pole-position-bei-google/))

Das kann dir auch Ideen für Content liefern: Was wird in deinem Bereich gesucht?
Welche Keywords (Schlüsselwörter) werden bei Google eingegeben, zu denen du etwas
zu bieten hast?

## Mit Inhalten Kontakte schaffen

Kommen wir zum zweiten Typ von Content: Inhalten, die Leads generieren, sprich: 
durch die du Adressen von Menschen erhältst, die an deinem Angebot interessiert 
sind.

Diese Art von Inhalten nennt man **Lead Magnets**. Wir haben drüben bei Convertable
einen Artikel mit [37 konkreten Beispielen für verschiedene Lead Magnets](https://convertable.ch/lead-magnet-ideen/).

Wenn du noch nicht sicher bist, wozu dir dies helfen soll, lies doch noch diesen
Post: [«Was ist eigentlich ein Lead?»](https://samsteiner.net/lead-magnet-strategie-fuer-kmu/)

Lead Magnets können Ratgeber sein, Verlosungen, E-Books, Webinare…

Wichtig ist, dass du diese…

 1. attraktiv präsentierst (magnetisch, wie die Bezeichnung «Lead Magnet» schon sagt)
    und
 2. damit auch **wirklich einen Mehrwert bietest.**

Die Leute geben dir ihre Kontaktdaten. Dazu musst du sie zuerst neugierig machen
und ihnen dann dafür etwas geben, was ihre Erwartungen erfüllt.

Auch mit solchen Inhalten **schaffst du Vertrauen** und profilierst dich als Expertin/
Experten in deinem Bereich. Diese Art von Content ist insofern eine Weiterführung
dessen, was ich im Abschnitt vorher beschrieben habe.

Am Anfang postest du häufiger informativen Content, damit die Leute dich unverbindlich
kennen lernen und entscheiden können, ob du für sie interessant bist. Dann, mit 
der Zeit, streust du nützliche Lead Magnets ein.

Du solltest natürlich wissen, wozu du die E-Mail-Adressen sammelst. Sprich: Du brauchst
einen Funnel und die Leute danach auch sinnvoll per Mail kontaktieren. Dazu komme
ich später.

## Ideen für neuen Content

Manchmal bietet sich ein Beitrag einfach an. Doch um einen Redaktionsplan zu erstellen,
kannst du **aktiv Ideen generieren.**

Das ist ein Thema, welches einen eigenen Artikel füllen würde – deswegen hier nur
ein paar Inputs.

 * Welche **Fragen** stellen deine Kunden? Was wollen sie wissen? (Kundendienst,
   Facebook-Kommentare, direkte Feedbacks…)
 * Was machen **andere** in deinem Bereich? Nimm ihre Posts als Anstoss und mach
   es besser.
 * Welche **News** findest du selber interessant? Gib sie deinen Followern weiter!
 * **Google-Suche:** Gib Schlüsselwörter ein, ohne auf Enter zu drücken – welche
   Kombinationen schlägt dir die Suchmaschine vor?

[Hier ](https://samsteiner.net/facebook-likes-sind-silber-teilen-ist-gold/)und [hier](https://samsteiner.net/5-tipps-fuer-erfolgreiche-facebook-posts/)
habe ich über Content-Ideen geschrieben. Da geht es zwar um Facebook, aber die Ideen
und Prinzipien werden  deiner Kreativität dennoch einen Schubs geben, wenn du die
Posts liest.

Optimal ist es übrigens, wenn du Content **auf mehreren Plattformen** nutzen kannst.
Du schreibst auf deiner Firmenwebsite einen Blog und verlinkst ihn auf Facebook 
und LinkedIn.

## 2. Verschiedene Typen von Posts auf LinkedIn

[etweet]LinkedIn gibt dir verschiedene Möglichkeiten, Inhalte zu veröffentlichen.[/
etweet] Die einen sind kostenlos, für andere bezahlst du als Werbung.

## Gratis-Content

**Beiträge** auf der eigenen Seite: Das ist der Standard-Post. Entweder auf deiner
persönlichen Seite, auf deiner Unternehmensseite oder auf einer «Showcase Page» 
für ein einzelnes Produkt.

**Artikel**: Anstatt eines gewöhnlichen Text- oder Bildbeitrags kannst du auch einen
Artikel veröffentlichen. (Das ist nur mit deinem persönlichen Profil möglich – den
du danach von deiner Firmenseite aus teilen kannst.) Wenn jemand auf den Artikel
klickt, kommt er in einer Blog-Optik daher:

[[

**SlideShare:** 2012 hat LinkedIn SlideShare übernommen. SlideShare ist ein Service,
bei dem du PDFs und PowerPoint-Präsentationen zugänglich machen kannst. Quasi ein
YouTube für Präsentationen.

Wenn du in LinkedIn auf «App» klickst, findest du den SlideShare-Button und wirst
über diesen mit deinem LinkedIn-Account zur [SlideShare-Website](https://www.slideshare.net/)
weitergeleitet. Über «Upload» kannst du deine Präsentationen veröffentlichen.

[[

Alle drei Content-Formen sind kostenlos, du kannst sie jedoch auch bewerben und 
so die Reichweite erhöhen.

## Bezahlter Content

Neben dem **Sponsored Content** bietet LinkedIn spezielle Anzeigen-Formate an.

**Sponsored InMails**: Damit sprichst du Leute direkt über LinkedIn-Nachrichten 
an. Als Ergänzung zu E-Mail-Marketing kann dies eine tolle Möglichkeit sein. Ähnlich
wie die Nutzung von Facebook Messenger, über die ich hier kürzlich geschrieben habe.

**TextAds**: Ein kleines Bild (50×50 Pixel) plus ganz wenig Text. Die Anzeige erscheint
rechts oben bei den Vorschlägen, wem du folgen solltest.

[[

**Display Ads**: Das sind die Werbeanzeigen, die auch optisch als solche daherkommen.
Sie sind in der rechten Spalte platziert.

[[

**Dynamic Ads:** Dynamic Ads sind personalisierbar. Du kannst damit jemanden mit
Namen ansprechen und ihm zum Beispiel vorschlagen, deiner Seite zu folgen.

## Wichtig ist, eine Linie zu behalten

Die unterschiedlichen Formate und Möglichkeiten kannst du auch für ein- und denselben
Content nutzen und diesen so breiter streuen. Ein **Redaktionsplan** hilft dir, 
regelmässig zu posten und vorauszuplanen.

Wichtig ist, dass du **konsistent** bist. Nutze die unterschiedlichen Formate und
Möglichkeiten, aber behalte deine Linie bei. Sei dir bewusst, wer du bist und wer
dein Publikum ist.

## 3. Zielgerichtet posten

Ein grosser Vorteil von LinkedIn gegenüber Xing sind die Zielgruppenmöglichkeiten.
Du kannst sehr genau bestimmen, wen deine Inhalte ansprechen sollen.

Du kannst **für jeden einzelnen Post die Zielgruppe einstellen.** Kriterien können
zum Beispiel sein: Branche, Region, Unternehmensgrösse etc.

Klicke dazu beim Veröffentlichen eines Beitrags auf «Einstellungen für Veröffentlichungen»,
dann auf «Zielgruppe». Dann erscheinen die Möglichkeiten, die du einstellen kannst.

[[

So kannst du **einen Inhalt für unterschiedliche Zielgruppen posten** und jeweils
im Beitragstext einen anderen Aspekt betonen, um verschiedene Leute anzusprechen.

[Neil Patel](https://neilpatel.com/de/) spricht von «How to», «Why» und «What»-Posts.
Je nachdem, wie Menschen mit dir vernetzt sind, interessiert sie ein anderer Aspekt
ein- und derselben Sache.

Das gleiche funktioniert für **Werbung**, also bezahlte Inhalte.

Werbung auf LinkedIn ist pro Klick teurer als auf Facebook. Aber meiner Erfahrung
nach gibt es höhere Conversion Rates. Vielleicht, weil die Leute mehr in Business-
Stimmung sind als auf Facebook.

## 4. LinkedIn-Gruppen nutzen

Um Leute auf dich und dein Angebot aufmerksam zu machen, ist es sehr hilfreich, 
Gruppen zu nutzen.

Trete Gruppen deiner Branche/deines Themenbereichs bei, **diskutiere mit,** teile
deine Inhalte dort. So profilierst du dich und deine Firma in eurem Bereich und 
du spürst, was deine Branche bewegt. In Gruppen findest du auch **Ideen für neue
Inhalte** auf deiner Seite.

Oder du **erstellst eine neue Gruppe:** Was hier spannend sein könnte, habe ich 
in einem [Artikel zu Facebook-Gruppen ](https://samsteiner.net/unternehmen-ignorieren-facebook-gruppen-ein-brutaler-fehler/)
beschrieben. Einiges lässt sich auf LinkedIn übertragen.

In Gruppen hast du auch die Möglichkeit, **Direktnachrichten an andere Gruppenmitglieder**
zu schicken. Dies kann, vernünftig genutzt, ebenfalls eine gute Art sein, Menschen
auf dein Angebot aufmerksam zu machen.

## E-Learning anbieten

LinkedIn besitzt auch ein E-Learning-Feature. Es ist einen Monat lang gratis, danach
kostenpflichtig. Das könnte für dich als Anbieter spannend sein.

Hier habe ich keine eigenen Erfahrungen, da ich mit Webinars arbeite. Das ist unkomplizierter
und unabhängiger als LinkedIn Learning. Vielleicht würde die Plattform aber neue
Zielgruppen eröffnen.

## 5. Schnittstellen mit anderen Plattformen nutzen

Teilweise habe ich dies bereits erwähnt. **Nutze deine Inhalte mehrmals** – auf 
deinem Blog, dann auf Facebook, LinkedIn sowie anderen sozialen Medien.

Bild und Kurztext des Link-Posts passt du für die jeweilige Plattform an, damit 
nichts abgeschnitten wird und die Leute sich von einem Klick darauf auch etwas versprechen.

Mit Tools wie [Buffer](http://www.buffer.com) kannst du Content ohne viel Mehrarbeit
breiter streuen. Sechs verschiedene Social Media-Plattformen haben eine Schnittstelle
zu Buffer, d.h. du kannst Inhalte auf deinem Account von dort her planen. Darunter
ist auch LinkedIn.

**Xing** ist übrigens nicht mit Buffer kombinierbar. Ein weiterer [Vorteil](https://samsteiner.net/linkedin-vs-xing-der-schweiz/)
für LinkedIn und ein weiteres Argument, warum Xing an Einfluss verliert (auch dazu
höre ich gerne eine andere Perspektive in den Kommentaren!). Kürzlich habe ich denselben
Post auf Xing und auf LinkedIn gepostet – auf LinkedIn erhielt er sehr viel mehr
Beachtung (im Bereich von 100x mehr).

## 6. Vor und nach dem Posten

Eine **Strategie und ein Redaktionsplan** sind wichtig, um den Überblick zu behalten
und vorauszuplanen.

Im Unternehmen muss mindestens eine Person aber auch dafür **verantwortlich** sein
und **Arbeitszeit **dafür zur Verfügung haben.

Nach dem Posten werden deine Inhalte idealerweise geteilt und kommentiert. Jetzt
beginnt die **Interaktion! **Du solltest deine Posts  beobachten und für Diskussionen
zur Verfügung stehen. Oder auch in **Gruppen** aktiv Diskussionen über deine Inhalte
beginnen.

**Analytics**: Wenn du bei Links zu deiner Website URL-Tracking-Codes verwendest,
kannst du nachvollziehen, wer über welchen Weg auf deine Website kommt.

Wenn du **Anzeigen** geschaltet hast, überwache sie und passe sie gegebenenfalls
an.

## 7. LinkedIn im Funnel einsetzen

Ich rede immer wieder davon, wie wichtig eine durchgängige **«Brücke» von dir zum
Kunden** ist.

In LinkedIn lassen sich **Website-basierte Zielgruppen** erstellen (Leute, die die
Website besucht haben; Leute, wie einen bestimmten Artikel besucht haben). Dazu 
installierst du den unsichtbaren LinkedIn Insight Tag auf deiner Website.

So kannst du Leute, die an deinen Themen interessiert sind, gezielt mit wertvollen,
weiterführenden Inhalten bedienen.

![](https://samsteiner.net/wp-content/uploads/2017/10/LinkedIn_Campaign_Manager.
png)

## Just do it!

LinkedIn bietet also viele Möglichkeiten für Content Marketing.

Mit diesem Blogeintrag hast du einige Stifte in die Hand gekriegt, um das «weisse
Blatt», das LinkedIn unter Schweizer KMU noch ist, zu beschreiben. Leg los – experimentiere!

LinkedIn ist ein Feld, wo du mit relativ wenig Aufwand schon **einen grossen Vorsprung**
erreichen kannst.

Ich freue mich auch, wenn du deine Erfahrungen in den Kommentaren zu diesem Post
weitergibst.

## Ratgeber: Die ersten Schritte mit deiner LinkedIn-Firmenseite

Wenn du ganz frisch auf LinkedIn bist: Ich habe ein PDF zusammengestellt mit den
ersten Schritten, wenn du eine Firmenwebsite auf LinkedIn aufbauen willst. Hol es
dir kostenlos hier. ⌊LinkedIn erste Schritte⌉
