Shopify SEO: Erstaunliche 10X

Das hat mich jetzt recht umgehauen. Eine recht überschaubare Strukturänderung hat mitten in einer Zeit, wo die Google-Klicks tendenziell abnehmen zu einer Verzehnfachung der Google-Klicks geführt.

Schau mal diese Performance-Grafik aus Google Search Console an:

Screenshot der Performance-Grafik aus Google Search Console

Mein Hintergrund sind E-Commerce-Webentwicklung und SEO. Ich hab den ersten Betty Bossi Webshop von Grund auf konzipiert aufgebaut (2003). Online-Marketing kam dann dazu. Ich hab immer noch diese Liebe für Datenbank-Optimierungen und E-Commerce in mir.

Ohne zuviele Details zu verraten, will ich hier einige konkrete Schritte geben, die nicht alle nur für Shopify gelten. Natürlich ist es ein eher seltener Glücksfall, wenn man eine solche Situation antrifft. Dennoch bin ich sicher, es kommt häufiger vor, als viele denken: Inhalte verfehlen ihre Wirkung, weil man sie quasi versteckt.

Domain-Chaos aufräumen

Die Arbeit mit diesem Kunden fing deutlich früher an: mit viel Aufräumarbeit. Es gab eine Squarespace-Website für bestimmte Zwecke, generelle Informationen und Partner-Angebote. Dazu eine separate Domain mit dem Grossteil der Inhalte – zwar für Google indexierbar, für Menschen aber hinter eine «Paywall». Daneben dann eben eine neue Domain mit dem Webshop.

Das gabs zu tun: in einem ersten Schritt die Websites alle auf der Hauptdomain als Sub-Domains zusammenführen. Solche Migrationen sind heikle Momente: oft passieren hier Unfälle, die Sichtbarkeit kosten. Man muss dran denken, alle alten Links umzuleiten und laufend ein Auge offen haben in Google Search Console und Bing Webmaster Tools. Neue URLs möglichst rasch indexieren lassen, auf allfällige kaputte Backlinks achten etc…

Resultat: 3 Subdomains auf der Hauptdomain, gut indexiert:

  • hauptdomain.de (Squarespace)
  • shop.hauptdomain.de (Shopify)
  • inhalte.hauptdomain.de (WordPress, Inhalte, hinter Paywall)

Zweitsystem eliminieren

Shopify ist mit einigen Macken eine der verbreitesten Shop-Systeme derzeit. Es hat schon auch recht viele Vorteile. In vielen Fällen würde ich das heute empfehlen. Oft macht es auch Sinn, gleiche die ganze Website mit Shopify umzusetzen. Das war auch hier mein Ziel. Alles, was bisher auf Squarespace war, konnte locker mit Shopify realisiert werden. Wir haben Squarespace eliminiert und Shopify auf die Hauptdomain migriert.

Resultat: 2 Subdomains

  • hauptdomain.de (Shopify inkl. Squarespace-Inhalten)
  • inhalte.hauptdomain.de (WordPress, Inhalte, hinter Paywall)

Grosse Migration

Nach einiger Überzeugungsarbeit konnte ich meinen Kunden das «Go ahead» entlocken, die Paywall-Inhalte zu Shopify zu migrieren. Dabei wurde auch ein Export der Shopify-Produkteliste mit Hilfe von KI so verbinden, dass in diesem Schritt die Inhalte angereichert wurden und korrekt für Shopify kategoriert wurden. Ziel sind nicht nur mehr Klicks in Google, sondern daraus natürlich mehr Umsatz im Webshop.

Das war recht viel Arbeit mit Export/Import-Tests und Umformatierungen von Migrationsfiles. Schlussendlich hatten wir passende Import-Dateien und die ganzen Inhalte gingen rüber (fast 1000 Texte).

Resultat: alle Inhalte auf der Hauptdomain

  • hauptdomain (Shopify mit allen Inhalten – offen)
  • inhalte.hauptdomain.de (noch da, Canonical zeigt zur Shopify-Seite)

Bisher waren die Inhalte hinter «Paywall» für mehrere hundert zahlenden Member seines Youtube-Kanals. Da die Inhalte nun offen für alle verfügbar wurden, mussten an den «Perks» für Youtube-Member einiges angepasst werden.

Schluss-Schritt (steht noch bevor)

Zu guter Letzt werden bald die bisherigen Inhalte der WordPress-Seite hart umgeleitet werden zu den entsprechenden Inhalten auf der Shopify-Seite. Das wird meiner Erwartung nach nochmal einen Sprung nach oben mitbringen – dazu muss ich aber noch einiges analysieren (primär Backlinks).

Resultat

Das Resultat haut mich um: viel deutlicher, als ich erwartet hätte steigen seine Google-Klicks in einer für SEO eher herausfordernden Zeit. Von 400 Klicks pro Tag auf über 4000 Klicks pro Tag (Tendenz steigend).

Interessanterweise hat die «inhalte» Subdomain praktisch nichts an Sichtbarkeit verloren. Täglich weiterhin ca. 220 Klicks – ich gehe davon aus, dass das bald mal abnimmt (diese Klicks sollten rüber wandern zur Hauptdomain). Spätestens, wenn wir es mit harten Umleitungen forcieren – erste, ausgewählte sind eingerichtet.

Die Erwähnungen in KI steigen auch entsprechend deutlich:

Screenshot der "Generative AI" Grafik aus Google Search Console

Notizen/Gedanken

  • die Inhalte hatten ihren Zweck erfüllt: es brauchte einen Impuls von aussen (von mir, haha), um das grössere Potential zu erkennen und entsprechende Anpassungen einzuleiten. Hast du auch Inhalte, die zwar deinen Ursprungszweck erfüllt haben aber vielleicht einen viel höheren Zweck erfüllen konnten?
  • mehrere Subdomains sind zwar aufgeräumter (vielleicht vor Allem für die Kunden) als komplett unterschiedliche Domains. Aber auch wenn sie ähnlich aussehen, sind sie halt technisch separate Websites – dienen einander nur mässig. Ich empfehle keine «shop» Subdomain (mehr).
  • manchmal kann viel Arbeit fast nichts bewirken und dann eine solche überschaubare Migration zu einer Verzehnfachung führen. Verliere dich nicht in kosmetischen Details, wenn vielleicht viel grössere Chancen sich noch etwas verstecken.
  • weiterhin zahlen Klicks in Google deine Miete nicht. Wir haben wir stark auf Anreicherung der Inhalte mit passenden Links zu Produkten geachtet. Jetzt im Oktober (der noch nicht vorbei ist) ist der Umsatz schon deutlich mehr als doppelt so hoch wie im Oktober 2025.
  • es brauchte keine exklusiven Tools, um das Potential zu erfassen: es brauchte hier Erfahrung, ein «Gespür» für die Wirkung von Inhalten/Content Marketing. Ich nutze zwar Tools wie AHREFS, ScreamingFrog, Visibisy und natürlich Search Console – aber hier war das Haupttool: Hirn.
  • deutliche Veränderung ist in relativ kurzer Zeit möglich. Immer noch. Ich kenne das «Kämpfen» in SEO-Projekten und die aktuellen Herausforderungen wegen den Änderungen im Nutzungsverhalten, Google Updates, Zero-Click-Search etc. Dieses Resultat war hier angenehm erfrischend.
  • bei Shopify (und ähnlich bei anderen Webshops) gilt weiterhin die Faustregel: die Magie liegt in den Collections. Sehr oft werden «Collections» oder «Kategorie-Seiten» übersehen – da liegt sehr viel Potential. Diese Arbeit geht praktisch nie aus 🙂

Wenn du Hilfe von aussen brauchst, um Potential zu erkennen (oder um getrost zu wissen: da musst ich halt ohne «Tricks» durchbeissen), melde dich gerne bei mir.

Eine SEO-Analyse ist einmalige Arbeit (4 bis 8 Stunden je nach Situation). In der Regel geht ein SEO-Umsetzungsprojekt bei mir mindestens 4 Monate – weil Optimierung dann möglich ist, wenn Daten reinkommen, danach gehandelt wird, etwas Geduld geübt wird und Veränderung gemessen wird.

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